Bauern  gegen  den Nord-Ost-Ring

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Folgen des Nord-Ost-Rings 

 

1. Für die Landwirtschaft:

 

  • Massive Flächenverluste in den letzten zusammenhängenden Ackerbaugebieten im Nordosten von Stuttgart: Die Verluste entstehen durch die direkte Straßenbebauung und die dadurch resultierende totale Bodenversiegelung der betroffenen Flächen. In der Folge eines solchen Projektes kommen jedoch sehr schwerwiegend für die Landwirtschaft auch die Flächenverluste durch die Ausgleichsmaßnahmen, die in solchen Fällen vorgeschrieben sind, zum Tragen. Temporär sind auch Flächenverluste während der Bauzeit zu beklagen durch den Bedarf an Lagerflächen durch die Baufirmen. Die entstandene Bodenverdichtung im Umfeld eines Straßenbauprojekts lässt sich über Jahrzehnte danach auch nicht mehr heilen, diese Flächen haben ihren hohen Wert für die Landwirtschaft verloren, auch wenn sie nach Beendigung der Bauarbeiten gegebenenfalls wieder für die Produktion von Feldfrüchten zur Verfügung stehen sollten.
  • Erschwerung einer wirtschaftlichen Flächenbearbeitung: Ein Straßenbauprojekt, das Feldfluren in diesem massiven Ausmaß durchschneidet, führt für die Landwirte zu erschwerten Anfahrten zu ihren Feldern. Sie müssen Umwege in Kauf nehmen und zum Teil mehrfach die neue Straße über- oder unterqueren, sofern überhaupt möglich.Des Weiteren werden viele Flächen zerstückelt, verkleinert und es entstehen nicht selten unförmige Felder mit kaum mehr zu bearbeitenden Keilen oder Reststücken. Oft entstehen auch neue Böschungen, die auch für die landwirtschaftliche Nutzung verlorene Fläche sind.
  • Einkommensverluste: Den Landwirten entstehen Verluste durch Behinderung der Bewirtschaftung während der Bauphase, einem dauerhaft reduziertem Produktionsumfang und einem höherem Bewirtschaftungsaufwand nach Fertigstellung der Straße. Der Erlös aus den Flächen wird dauerhaft reduziert durch steigende Pachtpreise aufgrund des Flächenverlustes und einem daraus entstehenden erhöhten Flächendruck. Oftmals schließt sich einem Straßenbauprojekt auch ein langjähriges und aufwändiges Flurneuordnungsverfahren an. Die Flächen- und Einkommensverluste führen zu einer reduzierten Planungssicherheit bei den Betrieben Unsicherheit in der Zukunftsplanung führt zu reduzierter Investitionstätigkeit. Dies erschwert die langfristige Bewirtschaftung. Nicht selten kommt es im Verlauf dann zum Verlust von Arbeitsplätzen oder gar der Schließung oder der Aufgabe von (Familien-) Betrieben.
  • Kapitalverluste: Langjährige, über Generationen hinweg erfolgte kapitalintensive Pflege und Förderung der Ackerkrume (Bodenleben, Humus und Nährstoffe) wird durch Versiegelung auf einen Schlag vernichtet. Dies betrifft sowohl die eigentlichen Flächen für den Straßenbau, als auch die für die dafür nötigen Ausgleichsmaßnahmen und Baustelleneinrichtungsflächen.

2. Für die Umwelt:

Durch die Bodenversiegelung steht weniger Fläche zur Wasseraufnahme zur Verfügung, die Hochwassergefahr, nicht nur im direkten Einzugsgebiet der Straße, steigt.

Bepflanzungen binden und speichern CO 2, weitere Versiegelungen und Flächenverluste treiben den Klimawandel, auch hierzulande, weiter voran!

Die Luftverschmutzung durch eine Großstadt wie Stuttgart wird durch bepflanzte Flächen gemildert, Schadstoffe werden umgewandelt, Aerosole und Feinstaub gebunden.

Schwerwiegend, und direkt auch für die vielen Menschen im Einzugsgebiet spürbar, ist die Zerschneidung von Frischluftschneisen und Frischluftentstehungsgebieten. Der Hintergrunddruck der Luftverschmutzung auf Stuttgart wird sich durch den Nord-Ost-Ring erhöhen.

 

Eine autobahnähnliche Straße wie der Nord-Ost-Ring zerstört den Lebensraum von Insekten, Schmetterlingen, Eidechsen, Feldhasen, Rebhühnern, Rehen, Raubvögeln etc. welche auf den betroffenen Äckern, Feldrainen, Böschungen, Streuobstwiesen und Hecken leben.

 

3. Für die Bevölkerung:

Die direkt an den Nord-Ost-Ring angrenzenden Ortschaften werden einen stark erhöhten Lärmpegel durch ca. 70 000 KfZ pro Tag erleben. Durch überregionalen Fern- und Schwerlastverkehr auf der neuen „Autobahn“ wird dies rund um die Uhr sein.

Die Verkehrsbelastung durch Schleich- und Ausweichverkehr wird zunehmen.

Neue Straßen produzieren bzw. induzieren neuen Verkehr! Woher kommt aber dieser Mehrverkehr? Studien haben ergeben, dass sich das Fahrverhalten der Menschen ändert, wenn das Straßennetz ausgebaut wird, sie fahren mehr Auto!

Wie bereits Hans-Jochen Vogel 1972 erkannte: „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten!“.

 

Durch den Verlust der Frischluftschneisen kommt es zu Temperaturerhöhungen in den Ortschaften und Wohngebieten an Hitzetagen. Auch der Feinstaub kann nicht so gut „abfließen“, die Belastung wird auch hier zunehmen.

Wir sprechen von ca. 100 000 Menschen im direkten Einzugsgebiet des Nord-Ost-Rings, die die Folgen in unterschiedlicher Weise spüren und an Lebensqualität einbüßen werden.

 

Dies alles aufgrund eines Straßenbauprojektes, dessen Nutzen für die lokalen Verkehrsprobleme nicht vorhanden ist bzw. diese noch vergrößert.